10. November 2026

Was ist ein Plagiat? Arten, Folgen und wie du es vermeidest

Ein aufgeschlagenes Buch, gestrichelte Pfeile führen zu einer Seite der Abschlussarbeit: eine Passage steht in Anführungszeichen und ist abgehakt, eine andere ist ohne Anführungszeichen und durchgestrichen

Die meisten Plagiate entstehen nicht aus Absicht, sondern aus Unsicherheit: Reicht eine Fussnote? Darf ich meine alte Seminararbeit verwenden? Ist ein Satz von ChatGPT schon ein Plagiat?

Hier sind die Antworten, gestützt auf die Regeln von ETH Zürich und Universität Bern. Die Regeln deiner eigenen Hochschule gehen vor, unterscheiden sich im Kern aber selten.

Was genau zählt als Plagiat?

Die ETH definiert Plagiat als die vollständige oder teilweise Übernahme eines Werks ohne Angabe der Quelle oder der Urheberschaft.

Das Merkblatt der Universität Bern fasst es noch weiter: Wird fremdes Gedankengut nicht nachvollziehbar und überprüfbar gekennzeichnet, liegt ein Plagiat vor. Gemeint sind nicht nur Sätze, sondern auch Tabellen, Abbildungen, Grafiken und Gedanken.

Für dich heisst das: Ein Plagiat setzt keine kopierten Wörter voraus. Auch eine fremde Idee in deinen eigenen Worten braucht einen Beleg.

Welche Arten von Plagiat gibt es?

Drei Symbole: zwei identische Seiten für die Kopie, eine Seite mit vertauschten Zeilen für die Umformulierung, zwei Seiten mit einer Weltkugel für die Übersetzung

Das Berner Merkblatt nennt diese typischen Formen:

  • Copy-&-Paste-Plagiat: Textteile übernehmen, ohne Quelle und Umfang der Übernahme anzugeben.
  • Paraphrasieren ohne Beleg: einen fremden Text umformulieren oder zusammenfassen, während Gedankengang und Inhalt gleich bleiben. Eine gelegentliche Fussnote, die nicht zeigt, wie viel übernommen wurde, reicht ebenfalls nicht.
  • Übersetzungsplagiat: einen fremdsprachigen Text übersetzen, ohne die Quelle oder den Umfang anzugeben.
  • Strukturplagiat: den Aufbau und allenfalls die Quellen eines fremden Textes übernehmen.
  • Ghostwriting: eine Arbeit unter eigenem Namen einreichen, die jemand anderes für dich geschrieben hat.

Was ist ein Selbstplagiat?

Auch deine eigenen Texte musst du zitieren, wenn du sie wiederverwendest. Laut Uni Bern ist die Übernahme aus einem eigenen früheren Werk als Zitat auszuweisen, um ein Selbstplagiat zu vermeiden. Die ETH verlangt dasselbe für Inhalte aus früher eingereichten eigenen Arbeiten.

Das betrifft vor allem zwei Fälle: Teile deiner Seminararbeit landen in der Bachelorarbeit, oder Teile der Bachelorarbeit in der Masterarbeit. Beides ist möglich, aber nur als gekennzeichnetes Zitat und wenn deine Hochschule es zulässt.

Ist ChatGPT ein Plagiat?

Nicht automatisch, aber es kann eines werden:

  • ETH: KI-Output, den du als Autorin oder Autor verwendest, ist für sich kein Plagiat. Wer KI-Tools aber nicht deklariert, begeht laut den ETH-Richtlinien Ghostwriting, und das kann ein Disziplinarverfahren auslösen.
  • Uni Bern: KI-generierte Inhalte mit nicht korrekt angegebenen Quellen gelten als Plagiate. Fehlende Transparenz über den KI-Einsatz ist eine Täuschung über den Umfang der Eigenleistung.

Erlaubt deine Hochschule KI, gilt also: deklarieren, jede Quelle selbst prüfen und genug eigene Leistung erbringen. Mehr dazu im Artikel Erkennt meine Hochschule, dass ich ChatGPT benutzt habe?

Ist 7 % Plagiat viel?

Die Frage geht von einer falschen Annahme aus. Der Prozentwert eines Prüfberichts misst Übereinstimmung, nicht Plagiat. Turnitin, die verbreitetste Software, schreibt selbst: "There is no fixed number to receive as a score."

7 Prozent aus Zitaten und Literaturverzeichnis sind unproblematisch. 2 Prozent aus einem unbelegten Absatz sind ein Problem. Wie du einen Bericht liest, steht im Artikel Bachelorarbeit auf Plagiat prüfen.

Ist Plagiat strafbar?

An der Hochschule regelt das Hochschulrecht die Folgen. Möglich sind laut Uni Bern ein Disziplinarverfahren, die schlechteste Note für die Arbeit und der Entzug des Titels, der aufgrund der Arbeit verliehen wurde. An der ETH regelt die Disziplinarverordnung die Massnahmen.

Rechtlich harmlos ist ein Plagiat trotzdem nicht. Das Berner Merkblatt hält fest, dass Plagiate in der Regel rechtswidrig sind, weil sie meist das Urheberrecht der Autorin oder des Autors verletzen.

In Deutschland kommt ein weiterer Punkt dazu: Manche Hochschulen verlangen eine Versicherung an Eides statt. Eine falsche Versicherung kann nach § 156 StGB strafbar sein, wenn die Hochschule nach Landesrecht zuständig ist, sie abzunehmen.

So vermeidest du Plagiate

Die Regeln aus dem Berner Merkblatt, übersetzt in eine Checkliste:

Vor der Abgabe prüfen

Selbst mit sauberer Arbeitsweise rutscht bei 60 Seiten etwas durch: ein vergessenes Anführungszeichen, eine Paraphrase, die zu nah am Original geblieben ist. Eine eigene Plagiatsprüfung vor der Abgabe zeigt dir genau diese Stellen.

Bei PaperCheck siehst du jede Fundstelle direkt auf der Seite, mit Quelle und einem Vorschlag, wie du sie belegst oder umformulierst. Mehr dazu auf der Seite zur Plagiatsprüfung.

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Jordan Mungujakisa

Jordan Mungujakisa

/ Softwareentwickler
BEng in Mechanical and Manufacturing Engineering